Ein neuer Name für die Schulbegleitung unserer Lebenshilfe

Schulbegleitung, Schulassistenz oder Schulinklusionshilfe richtet sich primär an förderungsbedürftige Kinder und Jugendliche, die an einer allgemeinen Regelschule unterrichtet werden. Auch an einer Förderschule können Schülerinnen und Schüler durch eine Schulbegleitung unterstützt werden, wenn aufgrund besonderer Bedarfe (meist besondere pädagogisch oder medizinisch festgestellte Förderbedarfe) individuelle Unterstützung bei der Beschulung benötigt wird. Voraussetzung hierzu ist, dass die Schüler überwiegend in der Klassengemeinschaft unterrichtet werden und dabei schulische Fortschritte erzielen können. 

Im Rahmen der seit einigen Jahren angestrebten inklusiven Pädagogik wird verstärkt darauf Wert gelegt, dass Schüler mit Behinderungen Regelschulen besuchen und täglich am gemeinschaftlichen Schulleben teilhaben können. Es soll bewirkt werden, dass Kinder und Jugendliche mit und ohne Behinderung voneinander und miteinander lernen können. Die Schulbegleitung ist heute ein wesentlicher Bestandteil dabei. Sie ist in der Regel eine Einzelfallmaßnahme, die sich an den Bedarfen der zu betreuenden Schüler orientiert und direkt im Klassenzimmer stattfindet. Neben dem Begriff Schulbegleiter finden sich noch viele weitere, wie Integrationshelfer, Schulassistent oder Individualbegleiter. Die Vielfalt der Bezeichnung geht darauf zurück, dass der Begriff rechtlich nicht erfasst ist und keine formelle Struktur existiert. 

Unsere Lebenshilfe ist seit 10 Jahren aktiver Teil der schulischen Förderung und Unterstützung für Schulkinder mit einer Behinderung in Hagen und im Ennepe-Ruhr-Kreis. Unsere geschulten Beschäftigten sind in allen Städten im EN-Kreis und an allen Förderschulen für Schulkinder mit dem Förderschwerpunkt geistige Entwicklung im Einsatz und ermöglichen ihnen hier jeden Tag durch individuelle Hilfestellungen die Möglichkeit, in einer inklusiven Gemeinschaft zu lernen. Im Laufe der Zeit haben sich Bezeichnungen und Begriffe gewandelt. Aus der klassischen Behindertenhilfe oder Integration ist zwischenzeitlich die für diesen Personenkreis treffendere Bezeichnung „Inklusion“ entstanden. Das Wort kommt aus dem Lateinischen (inclusio = Einschluss) und bedeutet Einbeziehung und unbedingte Zugehörigkeit. Inklusion heißt von Anfang an dabei sein. Kein Mensch soll erst in Sondereinrichtungen platziert werden, um ihn später in die Gesellschaft wieder integrieren zu müssen. So sollen Kinder mit und ohne Behinderung den gleichen Kindergarten, die gleiche Schule besuchen und dort die Unterstützung erhalten, die sie brauchen. Es geht also um Teilhabe und Barrierefreiheit. Damit sind nicht allein der Abbau baulicher Hürden gemeint oder Signal-Töne an Ampeln. Für Menschen mit geistiger Behinderung ist beispielsweise eine leichte Sprache auf Formularen oder Schildern ganz wichtig, um sich in ihrer Umwelt zurechtzufinden. 

Nachdem Anfang 2019 der Landschaftsverband Westfalen-Lippe mit Sitz im Münster als übergeordnete Verwaltung seine Abteilungen in „Inklusionsamt“ umfirmiert hat und auch in dem neuen Bundesteilhabegesetz für Menschen mit Behinderungen ausschließlich der Begriff „Inklusion“ verwendet wird, hat der Vorstand unserer Lebenshilfe Ennepe-Ruhr/Hagen beschlossen, die Satzung der bisherigen Integrationsgesellschaft, in der die Schulbegleitung gestaltet wird, abzuändern. Am 27. Mai 2019 konnte die Vorsitzende unseres Vereins Sabine Schmitt und der Geschäftsführer Rainer Bücher bei dem Notar Ruthenbeck in Sprockhövel die neue Satzung und die Eintragungen in das Handelsregister unterzeichnen. 

Der neue Name für unsere LIG lautet ab Juni 2019: „Lebenshilfe Inklusions Gesellschaft gGmbH“.
Freundliche Grüße
 
Rainer Bücher
Geschäftsführer